INO Bibliothek: Neuzugänge IX

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

 

Andrić, Ivo, Na Drini ćuprija, Belgrad 1945. Dt.: Die Brücke über die Drina, Zürich 1953. — Kann man ohne dieses Buch den Balkan verstehen?

Bernhard, Thomas, Alte Meister, Frankfurt/M. 1985. — Zum Zustand der Kultur in Österreich, zu Zeiten, als alles noch besser war.

Borges, Jorge Luis, Die letzte Reise des Odysseus. Essays 1980-1982. Übersetzt und herausgegeben von Gisbert Haefs, München 1987 — Der Titel spricht für sich.

Die Erzählungen aus den tausendundein Nächten (persisch هزار و يک شب, arabisch ألف ليلة وليلة). Vollständige deutsche Ausgabe in sechs Bänden, nach dem arabischen Urtext der Calcuttaer Ausgabe aus dem Jahre 1839 übertragen von Enno Littmann, Wiesbaden 1953. — Neben allerhand anderem der Erzählungen von Sindbad dem Seefahrer wegen.

Doderer, Heimito von, Roman No.7: Die Wasserfälle von Slunj, München 1963. — 1.: Keine Bibliothek ohne Doderer. 2.: Balkan im Titel. 3.: Wasser.

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SELTSAM

die Bibliothek der Zukunft habe man sich, war vor einiger Zeit in der FAZ zu lesen – da Bibliotheken, wie wir sie zu kennen vermeinen, offenbar keine Zukunft mehr haben – vor allem als eine Begegnungsstätte zu denken (worunter man sich wohl so etwas wie einen Seniorentreff vorzustellen hat, nur eben für ein erweitertes Publikum, oder, will man es etwas jugendfrischer, einen Jahrmarkt). Auch das Museum der Zukunft soll eine andere Gestalt und Funktion haben, als dasjenige, das uns vetraut ist: Mehr als dem Beherbergen von Kunstwerken soll es der Begegnung der Menschen dienen (der Entwurf des Büros Herzog & De Meuron für das Berliner Kulturforum, der sich mehr noch als von außen in seinem Inneren am Vorbild der shopping mall orientiert, könnte eindeutiger kaum sein). Seltsam eigentlich. Das Feld des Öffentlichen und der Begegnung hat sich ja in den letzten Jahrzehnten, verstärkt in den letzten Jahren, verlagert, hat sich von seinen physischen Orten und damit vielleicht auch von sich selbst emanzipiert, bedarf und bedient sich des Orts nur noch als Metapher – Sennetts These vom Verfall und Ende des öffentlichen Lebens wird kaum zu widerlegen sein, so sehr wir uns dies auch wünschen mögen.

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INO Bibliothek: Neuzugänge VIII

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Adelung, Johann Christoph, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Ausgabe letzter Hand, 4 Bde. Leipzig 1793-1801. — Nicht durchs Meer, sondern durchs Universum der Wörter.
 
Apollonius von Rhodos, Die Fahrt der Argonauten (Ἀργοναυτικά), übersetzt von Paul Dräger, Stuttgart 2002. — Dem mythischen Urbild der Schiffsreisen folgt die INO auf einem beträchtlichen Teil ihres Weges – nicht nur von Volos durch Ägäis, Marmarameer und Bosporus bis weit ins Schwarze Meer, sondern auch eine weite Strecke donauaufwärts.
 
Artmann, H.C. (Hans Carl), dracula dracula. Ein transsylvanisches abenteuer, Berlin und Meilen 1966. — Wo Stoker in der Bibliothek steht, darf Artmann nicht fehlen.

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INO Bibliothek: Neuzugänge VII

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Abū ʿAbdallāh Muhammad Ibn Battūta (أبو عبد الله محمد بن بطوطة), Die Reisen des Ibn Battuta. (تحفة النظار في غرائب الأمصار وعجائب الأسفار  Tuḥfat an-Nuẓẓār fī Gharāʾib al-Amṣār wa ʿAjāʾib al-AsfārGeschenk für diejenigen, welche die Wunder von Städten und den Zauber des Reisens betrachten) Herausgegeben und übersetzt von Horst Jürgen Grün, 2 Bde., München 2007. — Damit der Eurozentrismus einmal ein wenig gebremst werde.

Bembo, Pietro, Gli Asolani, Venedig (Aldus Manutius) 1505. — Wäre das nicht das Idealmodell für das Leben auf dem Schiff?

Blumenberg, Hans, Schiffbruch mit Zuschauer, Frankfurt/M. 1979. — Mit dem Eisbrecher durchs Metaphernmeer.

Casanova, Giacomo, Histoire de ma vie, 3 Bde., Paris 2013-2015. — Darf nicht fehlen, wo immer von Venedig gehandelt wird (und von Europa).

Heinse, Wilhelm, Ardinghello und die glückseligen Inseln, Lemgo 1787. — Von Venedig in die Ägäis, mit vielen Turbulenzen.

Hemingway, Ernest, The Old Man and the Sea, New York 1952. — Viel Glück beim Fischen!

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INO Bibliothek: Neuzugänge VI

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Arnim, Achim von und Clemens Brentano (Hrsg.), Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, 3 Bde., Heidelberg 1806-1808. — Als Antidot, wenn einen Sentimentalitäten überkommen wollen. Ob, und falls ja, in welcher Hinsicht es Heimat ist oder sein kann, sei dahingestellt.

Cervantes Saavedra, Miguel de, El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha, Bd. 1 Madrid 1605, Bd. 2 ebd. 1615.  Dt. u.a.: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha. Übersetzt von Ludwig Tieck, 4 Bde., Berlin 1799-1801. — Gewichtiges vom Westrand Europas, zur Balance. Außerdem schlug sich der Autor wacker vor Lepanto.

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INO Bibliothek: Neuzugänge V

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Breydenbach, Bernhard von, Peregrinatio in terram sanctam, Mainz 1486. Dt.: Die heyligen reyßen gen Jherusalem zuo dem heiligen grab … , Mainz 1486. — Über Venedig ins Gelobte Land, mit Bildern.
 
Calvino, Italo, Le città invisibili, Turin 1972. — »Dice [Kublai Kan]: – Tutto è inutile, se l’ultimo approdo non può essere che la città infernale, ed è  là in fondo che, in una spirale sempre piú stretta, ci risucchia la corrente. E [Marco] Polo: – L’inferno dei viventi non è qualcosa che sarà; se ce n’è uno, è quello che è già qui, l’inferno che abitiamo tutti i giorni, che formiamo stando insieme. Due modi ci sono per non soffrirne. Il primo riesce facile a molti: accettare l’inferno e diventarne parte fino al punto di non vederlo piú. Il secondo è rischioso ed esige attenzione e apprendimento continui: cercare e saper riconoscere chi e cosa, in mezzo all’inferno, non è inferno, e farlo durare, e dargli spazio.« 
 

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INO Bibliothek: Neuzugänge IV

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Artusi, Pellegrino, La scienza in cucina e l’arte di mangiar bene, Florenz 1891. — Darf nicht fehlen, wo gekocht wird.
Benjamin, Walter, Städtebilder, Frankfurt/M. 1963. — Ein Spitzer zur Schärfung von Blick und Verstand.
Colonna, Francesco, Hypnerotomachia Poliphili, Venedig (Aldus Manutius) 1499. — Wie könnte das schönste aller Druckwerke in einer anspruchsvollen Bibliothek fehlen, die noch dazu eine nur hypothetische ist?

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INO Bibliothek: Neuzugänge III

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Abraham a Sancta Clara (Ulrich Megerle), Judas der Ertz-Schelm, 4 Bde. Salzburg 1686, 1689, 1692 & 1695. — Linguistische Artistik in skrupellosester Manier.

Bräker, Ulrich, Etwas über William Shakespears Schauspiele, von einem armen ungelehrten Weltbürger, der das Glück genoss denselben zu lesen, St. Gallen 1998 [1780]. — »Ich ehre diesen großen Mann so sehr, als man einen Verstorbenen ehren darf, und wünsch ihn in jener Welt anzutreffen. Das Glück, seine Werke zu lesen, dringt mir diese Zeilen zu seinem Lobe ab, und wenn Shakespeare noch lebte, würde er dies unmündige Lob nicht verachten; vielleicht mich zwischen den Rippen kennen und lächelnd ein gütiges Urteil fällen.« „INO Bibliothek: Neuzugänge III“ weiterlesen

INO Bibliothek: Neuzugänge II

Die INO wird auf ihrer Fahrt zwar das eine oder andere Buch mitführen, jedoch den Anspruch auf eine Bordbibliothek keinesfalls erheben können. Diese wird also aus Vorschlägen bestehen, aus einem virtuellen Katalog, der während der Dauer der Fahrt erstellt wird. Wer immer sich berufen fühlt, ist eingeladen, seinen Beitrag zu leisten, der, wie es sich gehört, aus dem Namen des Autors, Titel, Erscheinungsort und -jahr bestehen soll sowie einer kursorischen Notiz, die den Zusammenhang zum Projekt der INO herstellt. Die Beiträge bitte an kontakt@ino-art.eu.

Brant, Sebastian, Daß Narrenschyff ad Narragoniam, Basel 1494. [10. 10. 17] — Wenn das kein passender Titel ist.
Brodsky, Joseph, Watermark, New York 1992. Dt.: Ufer der Verlorenen, übersetzt von Jörg Trobitius, München 1991 (sic!). [10. 10. 17] — Hommage an die serenissima, an ihre Kunst, ihre Architektur. Wunderbar selbstironisch formulierte Erkenntnisse des Nobelpreisträgers über die ewigen Themen: Liebe, Eros, Treue, Träume, Sehnsüchte und Trennungsschmerz. [Brigitte Maier]
Allgemeines zur Bibliothek der INO sowie die fortlaufend ergänzte Titelliste findet sich hier

DIE BIBLIOTHEK DER INO II – RECLAM

War zunächst unsere Absicht die des Verzichts gewesen auf alles, das den Namen Bibliothek zu Recht führen könnte, ja sollte auch die Anzahl der auf der Fahrt mitzuführenden Bücher eine sehr eingeschränkte sein – der Raum, der auf einem Schiff zur Verfügung steht, ist stets ein begrenzter, und es sind der dringend auf eine neumonatige Reise mitzunehmenden und somit auch zu verstauenden Dinge gar viele –, so schien uns doch alsbald die Vorstellung, ein Leben unter Verzicht auf den verläßlichen Grundstock einer Bibliothek führen zu sollen, zunehmend wenig verlockend, wenn nicht gar fragwürdig, mehr noch, da es bei der langen Unternehmung der INO ja nicht zuletzt um eine Sondierung der geistigen Verfassung Europas gehen soll. Oder so ähnlich. Zwar war der Begriff ›Bibliothek‹ schon früh im Rahmen unseres Vorhabens aufgetaucht, doch nicht bezogen auf eine tatsächliche physische Präsenz von Büchern, sondern als das Projekt einer Art virtueller Bordbibliothek, und auch dieses nicht im Sinn etwa elektronisch kondensiert mitgeführten oder aus irgendwelchen Wolken zu beziehenden Lesestoffs, sondern lediglich als eine im Zuge der Unternehmung anwachsende Liste von Titeln, zu der jeder, so er sich dazu berufen fühlt, das Seinige beizutragen eingeladen ist – die Bibliothek als rhetorisches Konzept gewissermaßen, als ein Stein im Spiel, das die Fahrt ist (näheres hierzu).

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