Frühlings Erwachen in Giurgiu

Nein, die Vögel zwitschern noch nicht, es bellen allenfalls des Nachts die Straßenköter, aber die sind keine Frühlingsboten. Auch will noch kein frisches Grün die kahlen Äste zieren – es herrscht Winter, ungeachtet der frühlingshaft-freundlichen Witterung. Was hier erwacht, ist die INO, die ihren unvorhergesehenen, den ungewohnt niedrigen Ständen der Donaupegel im vergangenen Herbst geschuldeten Winterschlaf über alle Erwartungen gut überstanden hat, ohne Schäden, recht eingestaubt zwar, aber sonst in bester Kondition.

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Perspektive bei Walter De Maria – Teil 5

»…lines traveling out to infinite points…«
Beobachtungen zur Perspektive im Werk von Walter De Maria
Ein Essay in zehn Lieferungen
5.: The Broken Kilometer
 

Vor dem Hintergrund dieser Aussage fällt es nicht allzu schwer, dem bisher Gesagten zumindest eine gewisse Plausibilität zuzugestehen. Denn obwohl der Einspruch berechtigt ist, die perspektivischen Eigenheiten von Apollo’s Ecstasy seien ja ohne weiteres auch als unbeabsichtigte Folgen gänzlich anderer Intentionen zu erklären, läßt sich das Beharren des Künstlers auf die Vieldeutigkeit (ambiguity) und die Bedeutungsvielfalt ja als Hinweis darauf verstehen, daß in den auf denkbar einfache Elemente und Konstellationen reduzierten Kunstwerken eine überraschende Anzahl von Bedeutungsfacetten zu einem konsistenten Knoten geschürzt sei.

The Broken Kilometer. Photo Jon Abbott, © Estate of Walter De Maria

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