Kioske 24 – Giurgiu
Gruß aus Bukarest
Wrack auf der Donau
Stoffe, 10. Lieferung aus Giurgiu
La lupta de la Caransebeş, oder balkanische Mißverständnisse
For the Birds
Am Ende einer Nacht, die wir vor Anker liegend bei Kilometer 411 der Donau verbracht hatten, also in einer Landschaft, deren Faszinosum in ihrer Ereignislosigkeit besteht, bot uns das Licht des frühen Morgens Unerwartetes: Ein riesiger Schwarm schwarzer Vögel, Zwergscharben vermutlich (phalacrocorax pygmeus) erhob sich vom Wasser, um für wenige Sekunden v-förmige Formationen einzugehen und dann nach einem Flug von wenigen hundert Metern in geringem Abstand vor uns wieder niederzugehen. Gemeinsam mit ihnen war eine kleinere Anzahl weißer Vögel aufgeflogen und hatte sich im Flug unter die schwarzen gemischt, in die Formation eingereiht, wie es den Anschein machte. Wieder auf dem Wasser, legten sich die Scharben wie eine lange, präzise ausgerichtete Phalanx als dicht geschlossene Barriere in geringem Abstand vor unser Boot. Ihre weißen Begleiter, die wir nun als Bonapartemöwen (chroicocephalus philadelphia) identifizieren zu können glauben, hatten sich wieder ausgesondert und an der Spitze zu einer eigenen, weniger dichten Gruppe zusammengeschlossen. Jetzt erst bemerkten wir eine kleine Anzahl aufmerksamer Pelikane, die zuvor im Schwarm nicht auszumachen gewesen war und die nun, wie Hirtenhunde, gleichmäßig verteilt die lange Reihe umzog.
Kirchen in Rumänien
Dem Elend des Unterlaufs der Donau – aufgegebene Städte, ruinöse Häuser, egal welchen Baujahrs, verrottende Zeugen untergegangener Industrien, Lethargie, Fatalismus, Phlegma, dumpfe Tristesse ohne Wehmut allerorten – wird gelegentlich ein weithin sichtbares Glanzlicht aufgesteckt, in Gestalt funkelnder, frisch poliert vergoldeter Kuppeln, Bekrönungen einer in strahlendem Weiß leuchtenden Kirche. Fast obszön nehmen sich diese herausgeputzten Gebilde aus inmitten all des monotonen Zerfalls, fremd, wie es die maßstabslosen Bauten des Ceaușescuregimes in den kleinen Städten gewesen sein mögen, die nun um sie herum untergegangen sind. Das Alter dieser Gebäude will sich nicht bestimmen lassen; weder Bauform noch Bautenzier geben einen verläßlichen Hinweis darauf, ob es sich um Renovierungen handelt, bei denen Altes zu einem ordinären Glanz ohne Zauber herausgeputzt wurde, oder um Neubauten, deren einziges Ziel es ist, überkommene Muster ambitionslos zu imitieren. In vielen Fällen dürfte es sich um letzteres handeln, wurde doch nach der Jahrtausendwende von der mit zunehmender Macht ausgestatteten orthodoxen Kirche in Rumänien nicht nur ein umfassendes Renovierungs- sondern auch ein ausgedehntes Neubauprogramm aufgelegt, finanziert, wie die Organisation insgesamt, auf großzügigste Weise vom rumänischen Staat, der ansonsten das Land in einem schier unfaßbaren Ausmaß verkommen läßt. Europa versagt hier an den Rändern. „Kirchen in Rumänien“ weiterlesen
Selbstmörder im Delta

Desnos, Le pélican
Am Nullpunkt angelangt
Auf dem Friedhof in Sulina
Sulina und Europa
Sulina, am Rande des Kontinents im Donaudelta gelegen, bezieht seinen etwas brüchigen Charme hauptsächlich aus der romantischen Tatsache, daß die Stadt ausschließlich über das Wasser zu erreichen ist, entweder über den Sulinakanal, einen der drei Donauarme im Delta, oder vom Schwarzen Meer her. „Sulina und Europa“ weiterlesen
Grüße aus Sulina
Limerick, Tomis









