Nein, die erste war es genaugenommen nicht – die dürfte auf dem Neckar gewesen sein, auf einem der beiden Schiffe der Neckar-Personen-Schiffahrt Berta Epple, also entweder auf der Stuttgart oder auf der Dorothea Epple, die beide am 7. März 1957 in Dienst gestellt wurden und seither den Personenverkehr zwischen Stuttgart und Heilbronn bedienen. Doch war dies vor Jahrzehnten, als Kind und als Passagier.
Wider den Witz getrommelt und gepfiffen
In den vergangenen Tagen konnte man sich des Eindrucks kaum erwehren, es zeichne sich, nach einer Reihe von mehr oder minder erfolgreichen Kampagnen (der Erfolg derjenigen gegen das Rauchen und die Raucher setzte hier die Maßstäbe, und so hört man allenthalben allerhand hahnebüchenen Unfug, wie etwa, daß das Sitzen das neue Rauchen sei) eine neue ab, nämlich gegen den Witz – fast synchron war zu hören, hier sei nun aber doch wirklich eine Grenze überschritten, und man habe bestimmte Arten von Witzen zurecht endgültig satt, und speziell der Erzählende könne sich in seiner Position einen solchen Witz auf keinen Fall leisten. All dies bei denkbar harmlosen Anlässen – aufregen können hätte man sich allenfalls über die Dürftigkeit der Pointen und die mangelnde Schärfe – über das Defizit an Witz im Witz also. Und tatsächlich stand, so haben wir es im Gedächtnis – bedauerlicherweise läßt sich nicht mehr eruieren, wer hier wo schrieb –, im Kommentar einer der großen Tageszeitungen zu lesen, es sei, da des Witzes Wesen grundsätzlich auf Diskriminerung abziele, auf eine bessere, unserem nunmehr erreichten Zivilisationsstand entsprechende witzfreie und witzlose Zeit zu hoffen – der Witz, so stand zu lesen, meinen wir uns zu erinnern, sei das neue Rauchen. — Wir enthalten uns eines Kommentars und setzen an seine Stelle Kleists »Anekdote aus dem letzten Kriege«:
INO im Port cultural Cetate am Donau Km 811
Port Cultural Cetate
Confuzie românească
Architektur als Zeitreise: Der denkwürdige Eklektizismus der Handelskammer in Mantua

Spätestens seit Prousts Beschreibung der Kirche von Combray im 1913 erschienenen ersten Band der Recherche können wir uns den Raum der Architektur als einen vierdimensionalen denken, seine drei überkommenen Dimensionen erweitert um eine vierte, die der Zeit. Proust hat jedoch nicht in erster Linie die Architektur im Sinn – er läßt ein vieldimensionales Bild entstehen, das der Erzählende aus seiner Kindheit her im Gedächtnis hat und in dem sich individuelle und kollektive Erinnerung verweben. Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte überhaupt; die Kirche der Kindheit mit ihren Gräbern, Tapisserien und Glasfenstern, ihren Spuren von Zeit und Verfall, ihren Schichten und Überlagerungen entbirgt Frühestes, nicht individuell Erinnerbares. Ferne und fernste Vergangenheit wird beschworen, Mittelalter, selbst pagane Tradition – er geht zum Platz der Familie in der Kirche »wie durch ein von Feen bewohntes Tal, in dem der Landmann mit Staunen an einem Felsen, einem Baum, einem Teich die noch greifbare Spur ihres geisterhaften gelegentlichen Erscheinens erkennt«.
„Architektur als Zeitreise: Der denkwürdige Eklektizismus der Handelskammer in Mantua“ weiterlesen
Port of Vidin
Baudelaire, Le voyage
Apollinaire, Le Dromadaire
Morgenstern, Gespenst
Radetzky
INO am Donau Km 652
Des morgens auf der Donau, bei Kilometer 652
Grüße aus Zimnicea
Brücken der Freundschaft
›Brücken der Freundschaft‹ gibt es eine beachtliche Anzahl, und man fragt sich, wie groß der Anteil an Euphemismus sein mag, der in den einzelnen Fällen dem Bauwerk zur Namensgebung verhalf, und man mag sich auch fragen, ob das Verbindende, das einer Brücke ja grundsätzlich eignet, nicht schon den Kern des Freundlichen, ja Freundschaftlichen in sich birgt und sich eine ›Freundschaftsbrücke‹ somit als ein Pleonasmus erweisen würde. Denn wer hätte ob solch hochgestimmter Brückenmetapher je auf eine Benennung wie etwa ›Brücke der Zwietracht‹ verfallen können?
Nicht lange ist es her, daß wir unter einer solchen ›Brücke der Freundschaft‹ hindurchfuhren, und um der Vollständigkeit der Erfahrung einige Tage später auch noch darüber, jenes mit der INO, dieses im Taxi. Es ist hier die Rede von der Brücke, die zwischen Giurgiu und Ruse, dem uns als Rustschuk besser bekannten Geburtsort Canettis, die Donau überspannt und auf hunderte von Kilometern die einzige Straßenverbindung zwischen Rumänien und Bulgarien herstellt.












