Simone, ein Mann an der Schwelle zum Alter, mit ein wenig aufgedunsenem Gesicht und undeutlichen Zügen, der im Augenblick damit beschäftigt ist, den Rumpf der INO zur Vorbereitung des Anstrichs mit Sandpapier zu schleifen, erzählt, er habe als einziger von vier Brüdern nicht studieren dürfen, sein Bestimmung jedoch immer als Oenologe gesehen. „SIMONE“ weiterlesen
Byron, Ode on Venice
Sprichwort
Neues vom Innenausbau
BRIEF AN DEN KÜNSTLER LORENZO QUINN
Lieber Lorenzo Quinn,
wir vermögen es nicht, zu verhehlen, daß Sie Eindruck auf uns gemacht haben. Anthony Quinns Sohn zu sein, das ist schon etwas, und ihm dazu noch derart ähnlich zu sehen, das ist schon keine Kleinigkeit. Ein wenig mehr Charakter sprach zwar aus des Alten Zügen, es ging ihm die, wie sollen wir es nennen, etwas parfümierte Glätte ab, auf die Sie Wert zu legen scheinen, doch haben Sie’s im Ganzen gesehen gut getroffen. Und erst Ihr Künstlertum! Wir durften Zeuge sein, wie Ihre Assistenten Ihrem neuesten Werk den letzten Schliff gaben, zwei kolossalen Händen, unter Verwendung neuester Technologien aus riesigen Hartschaumblöcken gefräst und mit einer Oberfläche, die ziemlich geschickt den von Ihnen intendierten Eindruck von Beton imitiert, hier in Maghera, keinen Steinwurf von der INO entfernt. „BRIEF AN DEN KÜNSTLER LORENZO QUINN“ weiterlesen
DER ANSTIEG DES LAGUNENSPIEGELS
wird wohl nicht zum Untergang Venedigs führen. Die Freude über diese Nachricht ist jedoch verfrüht: Für die Zerstörung der Stadt muß man keine globalen Ursachen bemühen – die Region selbst stellt alles, was es braucht, im Überfluß zur Verfügung. Betrachtet man die sich rasant beschleunigenden Einbußen an der Substanz während der letzten Jahrzehnte, ja Jahre, so besteht Grund zur Annahme, die Stadt werde, noch bevor sie die Chance zum Versinken bekommt, verrottet, zernichtet und buchstäblich zerfallen sein. Zwei Substanzen ist dies zu verdanken: HNO3 und H2SO4 – Salpetersäure und Schwefelsäure also. Zerfrißt diese den Marmor, so läßt jene die Ziegelsteine zerbröckeln.



