DOTTO, BRONTOLO, PISOLO & CIE.

Nach vier Tagen anstrengender Arbeit in einem Raum von nicht mehr als anderthalb Metern Höhe, sprich also im Rumpf unter dem Vorderdeck, hat die Vorstellung eines Lebens als Zwerg durchaus ihre attraktiven Seiten. [Eine Buchempfehlung: Urs Widmer, Ein Leben als Zwerg, Zürich 2006 — ein elaboriertes Werk über die Perspektive, in dessen Schlußsatz der erzählende Betrachter das Verschwinden einer Figur am Horizont aus deren auf ihn selbst gerichtetem Blick beschreibt.] Wäre man gerade einmal, sagen wir, sechseinhalb Spannen hoch, dann ginge einem die Arbeit hier unten leicht, flüssig und angenehm von der Hand und nicht als eine solche exponentiell sich steigernde Quälerei von der Art, wie man sich etwa die Arbeit in einem mittelalterlichen Bergwerk vorstellt. „DOTTO, BRONTOLO, PISOLO & CIE.“ weiterlesen

45°27’39’’N/12°15’40’’O – ALLES EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE

Nimmt man von Mestre, sofern man sich nicht ganz gezielt der kalten Dusche banaler Wirklichkeiten aussetzen will – oder sofern man nicht dort Quartier zu nehmen gezwungen ist, weil das Budget für Venedig nicht langt – nur das Gewirr der Hochstraßen und dubiosen Parkplätze wahr, wo einem vor der Feerie Venedigs noch einmal so recht das Bild der Wirklichkeit der Welt vor Augen geführt wird, so wird man von Marghera kaum je auch nur gehört haben. „45°27’39’’N/12°15’40’’O – ALLES EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE“ weiterlesen

DER STAND DER DINGE – JULI 2017

Notre tête est ronde pour permettre à la pensée de changer de direction.
Francis Picabia

So ganz will es freilich nicht passen, das Motto, und es liegt die Pointe von Picabias bonmot ja auch in einem möglicherweise fragwürdigen Wechsel der Bezugsebene. Der Satz eines Künstlers – eine denkwürdige Wendung der Metapher.
Nun haben unsere Gedanken ja auch keineswegs die Richtung gewechselt, und es sind unsere Absichten unverändert – die Umstände nehmen Wendungen, die in mancher Hinsicht ein Umdenken nahelegen oder gar erzwingen. „DER STAND DER DINGE – JULI 2017“ weiterlesen